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40 Jahre und ein bisschen mehr

Seit der Gründung im Jahr 1971 kann die Kufsteiner Kaufmannschaft auf eine bewegte Geschichte zurückblicken

Wie alles begann

Wie alles begann

Hermann Schickh, Gründungsmitglied der Werbegemeinschaft Kufstein, erinnert sich:

Es war im Jahre 1964, da entstand nach dem Vorbild der Lienzer Kaufleute ein loser Zusammenschluss der Kufsteiner Kaufleute, zu diesem Zeitpunkt noch kein eingetragener Verein.
Bei der Gründung dieser Vereinigung mit Hermann Schickh als Koordinator waren fast alle Kufsteiner Kaufleute mit großem Enthusiasmus dabei. Im engeren Ausschuss waren Karl Mayr, Edi Neumayer, Helmuth Zanier, Herbert Felberbauer und Kurt Kiechl vertreten. Hermann Schickh war bis April 1979 Obmann dieses 1971 zum Verein geformten Zusammenschlusses und wurde von Kurt Kiechl abgelöst.
Ziel der Werbegemeinschaft in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwunges war es, in gemeinsamen Aktionen (Weihnachtslosaktion, Werbewochen und andere Aktivitäten) die Kunden an die Region Kufstein zu binden und Maßnahmen gegen den enormen Kaufkraftabfluss in den bayrischen Raum zu setzen, der zum damaligen Zeitpunkt durch unterschiedliche Wirtschaftsraumzugehörigkeiten (Österreich: EFTA, Deutschland: EWG) bedingt war.
Sechs Jahre später, im November 1970, erschien die erste Ausgabe der Zeitung der Kufsteiner Kaufleute, das legendäre „Kufstein Aktuell“. Herausgeber war die Werbegemeinschaft Kufstein, ausführende Redaktion die Werbeagentur Arnold Reicher, Chefredakteur ab 1972 für acht Jahre Konrad Obergmeiner (der dann von Brigitte Gogl abgelöst wurde). Kufstein Aktuell war, mit einer Auflage von anfänglich 28.000 Exemplaren, als Gratiszeitung konzipiert. Zum einen Lokalzeitung für den politischen Bezirk Kufstein und einige angrenzende Ortschaften des Bezirkes Kitzbühel mit allen wichtigen Informationen und Berichten zum Leben im Bezirk, zum anderen aber auch wichtige Werbeplattform für die Mitglieder der Werbegemeinschaft. Bis April 1979 zeichnete Hermann Schickh für den Inhalt der monatlichen Zeitung verantwortlich, danach übernahm Kurt Kiechl die Verantwortung. In diese Zeit fällt auch ein markanter Layout-Wechsel der Zeitung.

Weihnachtslosaktion
Die Ziehung der Gewinner bei der Weihnachtslosaktion: Hermann Schickh, Helmuth Zanier, Gabi Schickh (Kaltenböck), Herbert Felberbauer, der Notar und eine weiteres "Glücksengerl"

Höhepunkt eines jeden Geschäftsjahres war mit Sicherheit die Weihnachtslosaktion, die erstmals - auch nach Lienzer Vorbild
- bereits 1964, also im (nicht offiziellen) Gründungsjahr stattfand. Sie war auf Anhieb ein voller Erfolg. Die Auslosung erfolgte damals unter der notariellen Aufsicht von Dr. Hammerla. Eine spektakuläre Verlosung fand 1975 statt, da gab es 60 Traumreisen im Gesamtwert von 300.000,- Schilling zu gewinnen: bis Kenia, Mombasa, Hongkong und den Golf von Siam.

Fünf von der Werbegemeinschaft engagierte Olympia-Schneemandln marschierten im November 1975 durch die Stadt, um für diese Sonderverlosung zu werben.Seit 1968 ist Kufstein auf Betreiben der Werbegemeinschaft in stimmungsvolle Weihnachtsbeleuchtung getaucht. Die Leuchtmittel wurden damals selbst angeschafft, Montage und Strom mussten natürlich auch bezahlt werden. Für die Finanzierung dieses Vorhabens wurde mittels persönlicher Vorsprache bei den einzelnen Geschäften um Spenden gebeten.

Vielfältige Tätigkeiten
Herbst 1993: Die Kufsteiner Dukaten wurden als Zahlungsmittel für die Einkaufsstadt eingeführt

Kurt Kiechl hatte dann den Einfall für den Nikolauseinzug in Kufstein, der 1975 zum ersten Mal über die Bühne ging. Er stieß sofort auf enorme Teilnahme, der Nikolaus verteilte am Unteren Stadtplatz Süßigkeiten und kleine Geschenke, man sprach von „tumultartigen“ Zuständen. Im gleichen Jahr fand auch einmalig ein Weihnachtsmarkt am Unteren Stadtplatz statt (siehe Foto).
Ende der 1970er-Jahre waren Kufstein und seine Kaufmannschaft auch Vorreiter dafür, dass am 8. Dezember die Geschäfte offen gehalten wurden. Im Jahre 1979 wurde daraufhin von Seiten der Bezirkshauptmannschaft eine Pönale von 1,5 Mio S angedroht für den Fall, dass die Geschäfte wieder offen gelassen würden. Da aber auch die Wörgler diese Idee aufgegriffen hatten, kam es zu keiner Strafzahlung.

Hermann Schickh im Originalton:
„Dieses 40-Jahre-Jubiläum der Kaufmannschaft, die mit ihrem Vorläufer ja schon länger existiert, beweist, dass diese Idee wesentlich war, um die Marktchancen einer kleinen Stadt nachhaltig zu heben.“

Das Gespräch führte: Angelika Deutsch

Zunehmende Professionalisierung

Zunehmende Professionalisierung

Die Bedeutung der Gemeinschaft war von Anfang an groß. Haben sich doch die „wichtigsten“ Handelsunternehmen der Stadt zusammengeschlossen. Im Laufe der Jahre wurden die Aktivitäten mehr und der Zugang professionalisiert. Im Jahr 1991 gab es einen mitreißenden Vortrag von der zu dieser Zeit „schillernsten Figur des Stadtmarketings im deutschsprachigen Raum“: Joachim Bullermann. Christian Klotz, City-Vermarktungs-Experte aus Bad Reichenhall trat im Mai 1992 auf und rüttelte die Verantwortlichen auf. Seit dieser Zeit zieht sich ein Begriff wie ein roter Faden durch sämtliche Aktivitäten: „Stadtmarketing“. Den Verantwortlichen der Kaufmannschaft war bereits am Beginn der 90er-Jahre klar, dass auf lange Sicht gesehen ein professionelles Stadtmarketing eine riesen Chance für Kufstein wäre. Es kam dann auch zu intensiven Diskussionen in Arbeitskreisen. Somit gab es bereits im Jahr 1992 das erste „Stadtmarketingkonzept“ für Kufstein. Teile daraus wurden von der Kaufmannschaft – bereits damals in Kooperation mit Stadtgemeinde und Tourismusverband – verwirklicht.
Vor allem frequenzbringende Events wurden in Angriff genommen: Kinderstadtfest, Blumensamstag, Handwerkermarkt, die Open-Air Modenschau „Kufstein zieht an“ und ein Trödelmarkt. 1993 wurden dann die „Kufsteiner Dukaten“ aus der Taufe gehoben. Die Münze als Geschenkgutschein für ganz Kufstein war und ist bis heute ein riesen Erfolg.

Foto Restetage Kaufmannschaft
Die Kufsteiner Restetage im Stadtpark

Die dynamischen Vorstandsteams kreierten im Laufe der Jahre immer neue Events und Highlights – von den „Kufsteiner Restetagen“ über „Kufstein blüht auf“ bis hin zum „Smart-Treffen“, das drei Mal veranstaltet wurde.
Aus einer Initiative, die den Titel „Der Runde Tisch“ hatte, entstand im Jahr 2003 die projektbezogene Kooperation „Lust auf Kufstein“. Von diesem Jahr an kooperierten Stadtgemeinde, Tourismusverband und Kaufmannschaft regelmäßig und gezielt bei attraktiven Events. Man erinnert sich gerne an den Eislaufplatz im Stadtpark und an die großen Faschingsumzüge. Das Sommer- und Weinfest Ende Juli und der Weihnachtsmarkt im Stadtpark werden noch heute in dieser Konstellation organisiert.
Die Intensität der Präsenz und die Anzahl der Events konnten von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Im Mai 2004 fand – zunächst mit Skepsis Einiger – das erste „Night-Shopping“ statt. Die Idee hat eingeschlagen. Mittlerweile gab es bereits 16 Einkaufsabende. Wenn nicht gerade sehr schlechtes Wetter war, waren diese auch durchwegs sehr erfolgreich.

Stadtpark Hintergrund Festung
Sommer- und Weinfest im Stadtpark

Immer wieder am Markt präsent sein – sei es durch die Ankündigung von Veranstaltung aber auch mit Imagewerbung, das war und ist ein großes Ziel. Praktiziert wird dies bereits seit vielen Jahren durch einen Internetauftritt, durch regelmäßiges Imageprogramm im Regionalfernsehen Tirol-TV und durch das eigene Printmedium „Journal Lust auf Kufstein“.
Die Kufsteiner Dukaten erfahren mittlerweile die dritte Auflage. Die Gutscheinmünzen zum Nennwert von € 10,- erfreuen sich – nicht nur vor Weihnachten – größter Beliebtheit.
Seit dem Jahr 2007 steht dem Vorstand, der bis dahin alle Agenden ehrenamtlich durchgeführt hat, stundenweise ein Geschäftsführer zur Seite. Damit wurde gewährleistet, dass die gewohnte Qualität bei den Kaufmannschafts-Aktivitäten auch gehalten werden kann.

Die Zukunft

Thomas von Giacchino
Der Faschingsumzug im Jahr 2004

Der jahrelange Wunsch nach einem professionellen Stadtmarketing ist nun, mit 2017, in Erfüllung gegangen. Vom ersten Moment an, als im Jahr 2015 in einem Zwischenschritt die Stadtmarketing-Belange bei der Top-City-Kufstein gebündelt wurden, war die Kaufmannschaft mit vollem Einsatz mit dabei. Man übergab Budgethoheit und Umsetzungsagenden an diese neue Struktur und trug damit wesentlich zum Gelingen bei. Jetzt, nachdem auch der Tourismusverband mit an Bord ist und wirklich professionell und intensiv an der Marke Kufstein gearbeitet wird, jetzt ist in den Reihen der Kaufmannschaft die Zufriedenheit sehr groß.

Die Logos der Kufsteiner Kaufmannschaft im Lauf der Geschichte

Kufstein_SubLogo_Kaufmannschaft_CMYK

Historische Entwicklung im Vorstand

  • 7. Mai 1971 Gründung - Mitteilung Vereinsregister durch Hermann Schickh
  • 1973 Obmann Herbert Felberbauer, Stv. Hermann Schickh, weiters: Eduard Neumayer, Helmut Zanier, Wolfgang Ebner und Peter Schirhakl
  • 10.4. 1979 Obmann Kurt Kiechl, Stv. Reinhard Karner, weiters u. a. Fritz Lunzer, Bernhard Lanner
  • 26.5.1983 Obmann Reinhard Karner, Stv. Kurt Kiechl, weiters u. a. Robert Stolzer, Doris Szuchowszky
  • 15.6. 1992 Obfrau Doris Laad, Stv. Andreas Heine, weiters Erika Seufert, Robert Stolzer
  • 25.5. 1994 Obfrau unverändert Doris Laad, Kassier-Stv. Peter Gossner
  • 26.11.1996 Obfrau Gabi Kaltenböck, Stv. Peter Gossner, Kassier Thomas Ebner, Schriftführer Günther Hintner; Walter Rossmair, Doris Laad
  • 27.1.2000 Obmann Andreas Heine, Stv. Peter Gossner
  • 24.1.2002 Obmann Thomas Ebner, Stv. Peter Gossner
  • 16.2.2006 Obmann Peter Gossner, Stv. Petra Buchberger
  • 2007 Obmann Peter Gossner, Stv. Petra Buchberger, Herbert Eisenmann, Brigitte Reisch-Raich, Roland Wechselberger, Markus Achorner
  • 3.3.2008 Obmann Peter Gossner, Stv. Markus Achorner, Herbert Eisenmann, Brigitte Reisch-Raich, Roland Wechselberger, Petra Buchberger, Thomas Ebner als Geschäftsführer
  • 2009 Obfrau Petra Buchberger, Markus Achorner, Herbert Eisenmann, Marcus Feistmantl, Roland Wechselberger, Sylvia Greiderer
  • 2010 Obfrau Petra Buchberger, Markus Achorner, Herbert Eisenmann, Marcus Feistmantl, Roland Wechselberger, Sylvia Greiderer
  • 2011 Obfrau Petra Buchberger, Markus Achorner, Herbert Eisenmann, Markus Greiderer, Roland Wechselberger, Sylvia Greiderer
  • 2012 Obfrau Petra Buchberger, Markus Achorner Markus Achorner, Herbert Eisenmann, Markus Greiderer, Roland Wechselberger, Sylvia Greiderer
  • 2013 Obfrau Petra Buchberger, Markus Achorner, Herbert Eisenmann, Inge Ager, Roland Wechselberger, Sylvia Greiderer
  • 2014 Obfrau Petra Buchberger, Markus Achorner, Roland Wechselberger, Sylvia Greiderer (NEU: 4köpfiger Vorstand, 2jähriges Intervall)
  • 2016 Obfrau Petra Buchberger, Markus Achorner, Roland Wechselberger, Sylvia Greiderer
  • 2017 Obmann Markus Achorner, Hanna Stöger (Stv), Sandra Bodner (SF), Nina Neuwirth (Stv), Susanne Hauber-Piffer (Kass), Stefan Moser (Stv)

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