Stadt
8. November 2016

Geschichten aus dem Stadtarchiv: Das alte Kink Denkmal

Die Enthüllung des Kink Denkmals war das Kufsteiner Großereignis 1879. Das Fest dauerte zwei Tage: Eröffnet wurde am Abend des 27. Septembers mit einem Fackelzug durch die Stadt. Halt gemacht wurde vor den Häusern der weltlichen und geistlichen Würdenträger, der letzte Stopp war am feierlich geschmückten Haus der Familie Kink. Am Morgen danach zog man durch die geschmückte Stadt hinauf zur Pfarrkirche St. Vitus. Nach dem Gottesdienst ging es wieder hinunter zum Oberen Stadtplatz.
Umrahmt von den Standarten der zahlreich erschienenen Vereine traten dort die Festredner auf der Balustrade hinter dem Denkmal aus der Menge hervor und lobten Franz und dessen Sohn Anton Kink: Beide waren Bürgermeister in Kufstein, der Ältere gründete die erste österreichische Zementfabrik, der Jüngere führte das Unternehmen erfolgreich weiter und spendierte der Stadt ein modernes Krankenhaus. Auf die Lobpreisungen folgte die Enthüllung: Unter Beifall der zahlreichen Schaulustigen – ganz Kufstein war auf den Beinen – fiel der Vorhang und das Monument war eingeweiht. Für geladene Gäste gab es Mittagessen und ein Festkonzert beim Auracher, am späten Nachmittag waren die Feierlichkeiten offiziell beendet.
 
 

Gedenktafel statt Denkmal
Die Planungsarbeiten für das Denkmal begannen 1877. Finanziert wurde der Koloss aus Granit und Marmor durch in Kufstein und Umgebung gesammelte Spenden. Die Stadt stellte das Grundstück und den Wasseranschluss für die am Monument angebrachten Brunnen. Der Entwurf stammte vom französischstämmigen, in Kufstein wohnenden Künstler Alfons Dim. Keine hundert Jahre später, 1963, musste das Denkmal dem Autoverkehr weichen. Um weiter an Anton Kink zu erinnern, wurde an derselben Stelle eine neue Gedenktafel angebracht.