Stadt
16. September 2015

Geschichten aus dem Kufsteiner Stadtarchiv: Das Josef Madersperger Denkmal

Josef Madersperger gilt als der Erfinder der Nähmaschine. Er wurde 1768 in Kufstein geboren, zog 1790 nach Wien und entwickelte dort seine wegweisende Maschine. Für die Vollendung seiner Erfindung benötigte er gut 25 Jahre, 1839 meldete er ein Patent an. Aber dieser Erfolg sollte ihm kein Glück bringen, denn dem Tüftler fehlte das Startkapital um mit seiner Entwicklung Geld zu verdienen: Er verstarb 1850 verarmt und vergessen in einem Wiener Armenhaus.
Gut 50 Jahre später erinnerte sich der Kufsteiner Schneidermeister und Heimatforscher Anton Stigger an den längst vergessenen Sohn seiner Heimatstadt. Er fasste in Zusammenarbeit mit den anderen Kufsteiner Schneidermeistern den Entschluss ihm ein Denkmal zu stiften. Da Denkmäler aber damals wie heute keine günstige Angelegenheit darstellten, ging man gleich dazu über, die nötigen Geldmittel zu beschaffen. Zuerst wurden etliche Tiroler Berufsgenossen als Sponsoren gewonnen, ehe Stigger 1902 einen Artikel über Madersperger im Neuen Wiener Tagblatt veröffentlichte. Dieser Artikel erregte die Aufmerksamkeit aller Wiener Nähmaschinenfabrikanten der damaligen Zeit. So kam es, dass die Firmen Rast & Strasser, Josef Angerer & Söhne und Rezler & Komarek zusammenlegten um dem Erfinder ein Denkmal in seiner Heimatstadt zu setzen. Mit der Ausgestaltung des Denkmals wurde der Wiener Bildhauer Theodor Khuen beauftragt. Bevor die Büste in Kufstein ihren endgültigen Platz fand, wurde sie an der Wiener Südbahnstraße Ende April 1903 der Öffentlichkeit präsentiert. Zwei Monate später, am 7. Juni war es dann so weit, bei herrlichem Sommerwetter wurde das Denkmal nahe dem heutigen Standort auf dem Kienbichl enthüllt.