Stadt
23. März 2016

Geschichten aus dem Stadtarchiv: Die alten Innbrücken

Ein trockener, ganzjähriger Übergang über den Inn war über Jahrhunderte hinweg einer der Gründe für die Existenz der Stadt Kufstein. Eine Brücke, bewacht und kontrolliert von der Festung Geroldseck, gab es bereits im frühen Mittelalter, mit Sicherheit seit 1357. Der damalige Landesherr, Ludwig der Brandenburger, gewährte den Bürgern unter einer Bedingung Steuerfreiheit: Die wichtige, einzige Innbrücke zwischen Rosenheim und Rattenberg musste erhalten werden.
Die Brücke wurde in den darauf folgenden Jahrhunderten mehrmals neu errichtet, erstmals belegt ist ein Brückenbau für 1819. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit verband eine schlichte, auf hölzernen Fundamenten und zwei gemauerten Steinpfeilern ruhende Bogenbrücke für 66 Jahre die beiden Ufer.
1884 begannen die Bauarbeiten für eine neue, modernere Brücke. Vor dem Baubeginn, der Standort für den Neubau war an derselben Stelle, errichtete man bei der Wasserbastei im Winter 1884/85 eine hölzerne Behelfsbrücke. Nach Fertigstellung der Ausweichroute, die einzige Möglichkeit auf Kufsteiner Stadtgebiet den Inn zu überqueren, begannen die Arbeiten an der eigentlichen Brücke: Zuerst wurde die Fahrbahn der älteren Brücke entfernt, danach die Pfeiler und Fundamente abgetragen. Anstelle von bisher drei Stützen errichtete man eine einzige in der Mitte des Flusses. Über dem Pfeiler baute man zwei die Fahrbahn tragende Stahlbögen. 1887 wurde die Brücke für den Verkehr freigegeben. Die nach Zeitzeugenberichten bei den Kufsteinern von Beginn an eher unbeliebte Stahlbogenbrücke verband die Stadt mit dem Bahnhof und dem Stadtteil Zell bis 1969.