Stadt
20. März 2015

Sanfte Baumaßnahmen auf der Festung Kufstein

Die Festung Kufstein blickt auf eine mehr als 800-jährige Historie zurück. 2015 wird ein weiteres bedeutendes Kapitel der Festungsgeschichte aufgeschlagen. Im Bereich der Oberen Schlosskaserne wird derzeit das Dachgeschoß zum Museumsdepot ausgebaut und ein barrierefreier Zugang in das Bombardiergewölbe des Kaiserturms geschaffen. Anschließend soll im Festungsneuhof mit der Errichtung eines neuen Besucherzentrums mit Ticketcenter und Info-Bereich begonnen werden. Dieses wird das alte Kassenhaus ersetzen, das ursprünglich nur als Provisorium gedacht war.
 

 

Modernes Besucher- und Informationszentrum

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein geladener Architektenwettbewerb für ein Besucherzentrum im Festungsneuhof ausgelobt, im Rahmen dessen der in Graz lebende Osttiroler Architekt Gerhard Mitterberger die Jury mit seinem Projekt überzeugen konnte. „Auch das Bundesdenkmalamt ist mit dem Entwurf von Mitterberger sehr zufrieden”, so Dr. Gottfried Preindl, GF der Betreibergesellschaft Top-City-Kufstein. Das neue Besucherzentrum wird sich harmonisch in das denkmalgeschützte Ensemble Festung Kufstein einfügen und einen stimmigen Bogen zwischen Geschichte und Moderne spannen.

 

Vorarbeiten bereits gestartet

Die Vorarbeiten dazu sind bereits Anfang des Jahres mit einer archäologischen Grabung am Baugrund im Festungsneuhof gestartet. Rund 900 Kubikmeter Erdreich werden Schicht für Schicht abgetragen. Das Archäologen-Team konnte bereits einige Funde zu Tage fördern, u. a. eine altes Fundament und verschiedene Mauerreste alter Gebäude. Sobald die Grabungen abgeschlossen sind, kann mit dem Bau des Besucherzentrums begonnen werden.
In Summe werden in den nächsten drei Jahren 1,1 Mio. Euro in Maßnahmen im Bereich Denkmalpflege sowie Erhaltung der historischen Substanz, 1,3 Mio. Euro in den Ausbau und die Erweiterung des musealen Angebots sowie der musealen Infrastruktur und 1,2 Mio. Euro in den Ausbau der touristischen Infrastruktur im Sinne des Abbaus von Barrieren investiert.

 

Neues Museum im Festungsberg

Im Rahmen der Errichtung des Besucherzentrums werden darüber hinaus die ehemaligen Luftschutzstollen im Festungsberg für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In den Luftschutzstollen fand die Kufsteiner Bevölkerung während des Zweiten Weltkriegs Schutz und Zuflucht. Mit Öffnung und Adaptierung des Stollensystems soll ein Teil dieses historisch so bedeutsamen wie traurigen Kapitels der Geschichte für die Öffentlichkeit thematisch aufbereitet werden. Der Zugang in das Stollensystem erfolgt dann direkt über das Besucherzentrum und kann künftig mit einem Festungsbesuch kombiniert werden.

 

Barrierefrei in den Kaiserturm

Während die finalen Planungen für das Besucherzentrum voll im Gange sind, ist im Bereich der Oberen Schlosskaserne bereits ein erster großer Bauabschnitt nahezu abgeschlossen. Das Dachgeschoß wurde umfassend saniert und als Depot ausgebaut. Mit diesem Ausbau kann das Archiv aus dem ersten Geschoß des Hauptgebäudes ins Dachgeschoß übersiedeln und dadurch wertvolle Ausstellungsfläche in der Oberen Schlosskaserne erschlossen werden.
Im Zuge dessen wird auch eine Aufstiegshilfe vom Niveau des Schlossgartens ins Dachgeschoß errichtet. Mit dieser Aufstiegshilfe wird künftig ein barrierefreier Zugang ins Bombardiergewölbe im dritten Geschoß des Kaiserturms ermöglicht. In der dritten Phase der umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen wird letztlich noch der Dachstuhl des Kaiserturms für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und als neue spektakuläre Ausstellungsfläche genutzt.
 

Bauvorhaben bis Mitte 2016 abgeschlossen

Die umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsmaßnahmen sind voraussichtlich bis Mitte 2016 abgeschlossen. „Diese Maßnahmen sind zwingend notwendig, um die Festung Kufstein weiterhin als touristisches Zugpferd zu positionieren”, unterstreicht Preindl die dringende Notwendigkeit.