Zum Inhalt springen

Ein Tag beim Bürgerservice und beim Stadtarchiv

Das Bürgerservice und das Stadtarchiv gehören organisatorisch beide zur Abteilung Innerer Dienst der Stadtgemeinde Kufstein und wir haben die Kolleginnen beider Bereiche bei ihrern sehr unterschiedlichen Arbeiten begleitet.

Anlaufstelle Bürgerservice: Hochbetrieb und Freundlichkeit

Veronika Gartlgruber und Carolin Heilinger sind die erste Anlaufstelle für viele Besucher:innen des Rathauses. Mit einem freundlichen „Hallo“ oder „Guten Morgen“ begrüßen sie Kolleg:innen, Politiker:innen und vor allem die vielen Bürger:innen, die an diesem Tag das Rathaus betreten.

Vielfältige Aufgaben
Die Meisten von ihnen bleiben mit ihren Anliegen beim Bürgerservice stehen und diese sind abwechslungsreich: Taxigutscheine oder Veranstaltungskarten kaufen, KufsteinCards ausstellen lassen, VVT-Tickets ausleihen oder nach der zuständigen Stelle im Rathaus fragen. Neben diesen klassischen Anliegen gibt es immer wieder besondere Anfragen und die beiden Mitarbeiterinnen helfen allen mit viel Geduld weiter. Da kommt ihnen zugute, dass die Mitarbeiterinnen wie kaum sonst jemand mit allen Bereichen im Rathaus und mit Außenstellen vernetzt sind und auch sonst viele Ansprechpartner:innen in der Stadt kennen. Kein Wunder also, dass an diesem Vormittag allen Bürger:innen schnell weitergeholfen werden kann.

Ein turbulenter Morgen – und viel Gelassenheit
Ruhe und Gelassenheit ist notwendig, um die vielen – teils parallel – eingehenden Anfragen geordnet zu bearbeiten. Das Telefon klingelt an diesem Morgen laufend, und dann will auch das Gerät zum Bedrucken der KufsteinCards nicht so recht funktionieren. Aber Veronika Gartlgruber und Carolin Heilinger bleiben ruhig und freundlich und lösen die Situation bestmöglich.

„Jeder Tag ist anders und das liebe ich an meiner Arbeit“, verrät Veronika, als sie wenig später die Post für das Rathaus bearbeitet und den jeweiligen Abteilungen zuordnet. „Wir sind die erste Anlaufstelle hier im Rathaus und von uns wird erwartet, dass wir auf viele Fragen die richtige Antwort haben.“ Seit 2014 ist sie nun schon im Bürgerservice und diese jahrelange Erfahrung ist hilfreich. Ihre Kollegin Carolin Heilinger ist seit Juli 2024 angestellt und zusammen bilden die beiden ein eingespieltes Team. Sie arbeiten Hand in Hand, oft ohne viele Worte und mit einem Blick für das gerade Wesentliche. „Wir sind hier ein Aushängeschild der Stadt“, betont Carolin Heilinger – und dieses glänzt.

Hans Dallago, Leiter der Personalabteilung, schätzt die Arbeit des Teams sehr: „Das Bürgerservice ist die zentrale Vermittlungs- und Informationsstelle der Stadtgemeinde Kufstein. Sie informiert Bürger:innen kompetent, vermittelt gezielt an die zuständigen Fachabteilungen und ist für die Bürger:innen der erste persönliche Kontakt mit der Stadtverwaltung. Damit leistet sie einen wesentlichen Beitrag zu Servicequalität, Bürgernähe und einem effizienten Verwaltungsablauf.“

Stadtarchiv: Hier findet man Antworten auf Kufsteins Geschichte

Milena Prommegger liebt „ihr“ Stadtarchiv: Das ist sofort spürbar, wenn sie über ihre Arbeit und ihre Aufgaben erzählt, die weit mehr beinhalten, als man auf den ersten Blick meinen könnte: Ahnenforschung, spezifische Projekte (u. a. die Mitarbeit am Stadtbuch Kufstein und der Editionsreihe), unterschiedliche historische Anfragen aller Art, alte Karten digitalisieren, archivierte Literatur lesen.

Hans Dallago unterstreicht die besondere Rolle der Stelle, die seit 2020 durch Milena Prommegger besetzt ist: „Das Stadtarchiv ist ein wichtiger Bestandteil der Verwaltungsarbeit und zugleich das Gedächtnis der Stadt. Es übernimmt und bewahrt wichtige Dokumente in ihrer gesamten inhaltlichen Vielfalt, gewährleistet u. a. auch die Nachvollziehbarkeit behördlicher Entscheidungen und sichert die Geschichte Kufsteins als Grundlage für Transparenz, Kontinuität und Rechtssicherheit – heute und für kommende Generationen.“

Dokumente „putzen“ gehört auch dazu
Viele Dokumente im Stadtarchiv wurden durch ihre Vorgänger:innen und durch Milena Prommegger selbst schon entsprechend archiviert. Dennoch bietet das Archiv noch viele weitere alte Unterlagen, Akten und Dokumente, die noch gesichtet werden müssen. Das erledigt sie Stück für Stück, wie sie an einem Stapel noch unsortierter Dokumente zeigt. Dazu zählen auch viele Fotos: „Den Fotobestand will ich einscannen und digitalisieren. Ich versuche, es so zu inventarisieren, dass die Leute auch in 50 Jahren noch Freude daran haben. Wenn alles gut geordnet ist, wird das Archiv einfach benutzbar sein.“ Ihre Arbeit ist vielseitig und immer wieder überraschend: Sogar Putzen gehört zu ihren Aufgaben und sie demonstriert, wie das geht: „Die alten Bücher und Dokumente reinige ich so gut wie möglich von Hand, u. a. mit Pinseln. Dabei muss man natürlich sehr vorsichtig vorgehen.“

„Freue mich, wenn ich Fragen beantworten kann!“
Ganz wichtig ist es der Stadtarchivarin, bestmöglich auf Bürgeranfragen zu reagieren: „Ich freue mich immer am meisten, wenn ich Menschen durch das Archiv und meine Arbeit weiterhelfen kann.“ Und diese Fragen sind oft sehr speziell, aber häufig auch spannend. Milena Prommegger schaut nach, welche Anliegen zuletzt an sie herangetragen wurden, und es zeigt sich, dass diese ganz unterschiedlich sind: u. a. von Architekt:innen, Informationen zu Gebäuden, weitere Mails nach Stadtmagazin-Berichten und viele Fotoanfragen. Sehr häufig betreffen Anfragen die eigene Ahnenforschung, für die sie historische Meldedaten aushebt. Dafür und für viele weitere Anfragen können sich Bürger:innen gerne bei ihr melden. Aber bitte mit Anmeldung, damit gegebenenfalls vorab genügend Zeit für eine umfangreiche Suche eingeplant werden kann.

Mithilfe bei Projekten
Das Stadtarchiv ist auch eine zentrale Stelle für Projekte, die sich in unterschiedlicher Weise mit der Stadtgeschichte beschäftigen. Derzeit unterstützt Milena bei einem Projekt zur Geschichte der Kufsteiner Straßennamen und sie erzählt begeistert, was bzw. wer hinter dem ein oder anderen Straßennamen steht. Intensiv ist die Zusammenarbeit mit dem Kufsteiner Heimatverein: „Wir haben viel Kontakt und unterstützen uns gegenseitig. Gerade bei Anfragen hilft mir der Heimatverein mit vielen Fotos oft sehr.“

Alte Dokumente, Unterlagen und Fotos sind willkommen
Milena Prommegger weiß, dass viele Bürger:innen oft Fotos, Dokumente, Festschriften oder etwa Plakate zu Hause haben, die für das Archiv interessant wären: „Bevor solche Dinge weggeschmissen werden, bitte sehr gerne bei mir melden und dann nach Absprache zu mir kommen.“
Kontakt: stadtarchiv@stadt.kufstein.at, Tel.: 05372 602-179

Was gefällt euch am besten an eurer Arbeit?

Veronika Gartlgruber (Bürgerservice):
„Die Vielseitigkeit und die Abwechslung, da die Bürger:innen mit den unterschiedlichsten Anliegen zu uns kommen und somit jeder Tag anders ist.“

Carolin Heilinger (Bürgerservice):
„Der Kontakt mit den Menschen und die vielen unterschiedlichen Aufgaben und Anfragen. Zuvor habe ich alleine in einem Büro gearbeitet – dieser Austausch hat mir sehr gefehlt.“

Milena Prommegger (Stadtarchiv):
„Ich mag es, dass ich durch die Arbeit im Archiv nochmal ein tieferes Verständnis für Geschichte entwickeln durfte. Und dass ich mich ein klein wenig als eine „Hüterin des Wissens der Stadt Kufstein“ fühlen darf, indem ich meinen Teil zur Bewahrung der Geschichte Kufsteins beitragen kann. Meine Arbeit wird nie eintönig - es gibt so viele verschiedene Aufgabenbereiche.“