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12. Oktober 2026

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Von Kufstein an die Weltspitze und zurück

Konzertsaal der Landesmusikschule wird zum Günter-Pichler-Saal

Manche Musiker:innen prägen ein Orchester, andere ein Ensemble, wieder andere eine nächste Generation. Günter Pichler hat alles drei getan. Der Geiger wurde 1940 in Kufstein geboren und ist 2026 verstorben. Er hinterlässt ein Lebenswerk, das in der Welt der Kammermusik bis heute nachwirkt. Um daran dauerhaft zu erinnern, trägt der Konzertsaal der Landesmusikschule (LMS) Kufstein auf Beschluss des Stadtrats vom 29. Juni 2026 künftig seinen Namen: Günter-Pichler-Saal.

Der Geiger: mit 21 bei den Wiener Philharmonikern

Pichler verbrachte die ersten 15 Jahre seines Lebens in Kufstein. 1955 begann er sein Studium in Wien. Mit 18 Jahren war er Konzertmeister der Wiener Symphoniker, mit 21 holte ihn Herbert von Karajan als Konzertmeister zu den Wiener Philharmonikern. In diesem Alter führte er also bereits zwei der wichtigsten Orchester Österreichs als erste Geige an.

Der Quartettgründer: fast 40 Jahre Alban Berg Quartett

1970 gründete Pichler das Alban Berg Quartett und spielte bis zur Auflösung 2008 dort die erste Geige. Unter seiner Führung wurde das Ensemble zu einem der weltweit führenden Streichquartette. Fast vier Jahrzehnte lang stand er an der Spitze eines Quartetts, das für viele Musiker:innen und für das Publikum zum Maßstab wurde.

ine Beethoven-Gesamteinspielung nannte der Komponist Witold Lutosławski „ein Monument, das für lange Zeit ein Modell für Generationen von Quartetten sein wird“. Komponisten wie Alfred Schnittke, Luciano Berio und Wolfgang Rihm schrieben Werke für das Quartett.

Lehrer für Generationen

Pichler unterrichtete mehr als 45 Jahre lang in Wien, Köln und Madrid. Bei ihm lernten führende Ensembles wie das Artemis Quartett, das Belcea Quartet und das Cuarteto Casals. Nach 2008 dirigierte er außerdem Orchester in Europa und Japan.

Wertschätzung

Pichler erhielt unter anderem das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, den Tiroler Landespreis für Kunst und 2023 das Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Kufstein. Die Wiener Philharmoniker würdigten ihn nach seinem Tod: „Er war einer von uns.“

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Für dieses Lebenswerk – für künstlerische Exzellenz, für Bildung und Förderung junger Musiker:innen, für seine Brücken zwischen Wien und der Welt – wurde er u. a. mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1993) und dem Tiroler Landespreis für Kunst (2008) geehrt. Mit Gemeinderatsbeschluss vom 19. Juli 2023 wurde Günter Pichler nun auch das Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadtgemeinde Kufstein verliehen.

©Reitberger Maria

Was bleibt

Der Konzertsaal der Kufsteiner Landesmusikschule wird zum Günter-Pichler-Saal. Sein Name soll jungen Musiker:innen Ansporn sein.
Er steht für Neugier, hohen Anspruch und die Bereitschaft, immer wieder Neues zu beginnen.

Lisa Holzer

MA Lisa Holzer

Ich möchte Kultur sichtbar machen, Menschen erreichen und Begeisterung für besondere Kulturerlebnisse wecken. Dabei verbinde ich Kulturmarketing mit digitaler Kommunikation und meiner Leidenschaft für klassische Musik und alles, was das Herz berührt.

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