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Gemeinsam den Hechtsee schützen: Stadt setzt Maßnahmen und ersucht um Mithilfe

Hechtsee-Sommer TVB Kufsteinerland

Der Hechtsee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und zugleich ein sensibles Ökosystem. Damit er auch künftig als Badesee, Naturraum und Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten erhalten bleibt, setzt die Stadt Kufstein auf vorbeugende Schutzmaßnahmen, verstärkte Information und neue Infotafeln vor Ort. Grundlage dafür sind Empfehlungen des Landes Tirol und fachliche Stellungnahmen der Bezirkshauptmannschaft Kufstein, der städtischen Dienstleistungsbetriebe und Forstverwaltung sowie der Fischereigemeinschaft Hechtsee.

Warum sind Schutzmaßnahmen notwendig?

Hohe Wassertemperaturen, geringe Niederschläge und ein niedriger Wasserstand im Zulauf belasten den Hechtsee. Warmes Wasser kann weniger Sauerstoff aufnehmen. Gleichzeitig können Nährstoffeinträge das ökologische Gleichgewicht zusätzlich beeinträchtigen. Die Behörden weisen darauf hin, dass sich steigende Temperaturen, zusätzliche Stoffeinträge sowie eingeschleppte Arten und Krankheiten gegenseitig verstärken und langfristig das gesamte Ökosystem gefährden können.
Ein besonderes Risiko besteht durch Krankheitserreger und gebietsfremde Arten, die unbemerkt von einem Gewässer in ein anderes transportiert werden können. Möglich ist dies beispielsweise über feuchte Sportgeräte, Boote, Stand-up-Paddle-Boards, Luftmatratzen, Badebekleidung, Schuhe oder andere Gegenstände mit Wasserkontakt. Besonders gefährlich ist daher, wenn Sportgeräte und Badeutensilien an verschiedenen Gewässern genutzt werden, ohne sie dazwischen zu reinigen und zu desinfizieren. Die Bezirkshauptmannschaft Kufstein weist darauf hin, dass dadurch dauerhafte und nicht mehr umkehrbare Veränderungen im See entstehen können.

Der Edelkrebs braucht besonderen Schutz

Im Hechtsee lebt eine bedeutende Population des heimischen Edelkrebses. Er übernimmt eine wichtige Funktion im Gewässer: Als „Gesundheitspolizei“ verwertet er unter anderem abgestorbene Pflanzenteile, Algen, Insektenlarven und tote Fische. Damit trägt er zur Wasserqualität und zum ökologischen Gleichgewicht bei.
Eine große Gefahr für heimische Krebse ist die sogenannte Krebspest. Der Erreger kann über Wasser und feuchte Gegenstände verbreitet werden und verläuft für Edel- und Steinkrebse meist tödlich. Ein Heilmittel gibt es derzeit nicht. Für Menschen und Haustiere ist die Krebspest jedoch ungefährlich.

Das gilt am Hechtsee - Die wichtigsten Regeln auf einen Blick

• Reinigen Sie Wassersportgeräte und Badeutensilien vor jedem Gewässerwechsel gründlich. Waschen und trocknen oder desinfizieren Sie Stand-up-Paddle-Boards, Boote, Luftmatratzen, Schwimmbojen und Schwimmhilfen vollständig.

• Duschen Sie bitte, bevor Sie ins Wasser gehen.

• Tragen Sie beim Baden frisch gewaschene Badebekleidung.

• Benutzen Sie die vorhandenen Toiletten.

• Nutzen Sie zum Baden den Bereich der Badeanstalt und schonen Sie die übrigen Uferzonen.

• Setzen Sie niemals Tiere aus Teichen oder Aquarien in freie Gewässer aus.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Die Schutzmaßnahmen sollen eine weitere Belastung des Hechtsees möglichst frühzeitig verhindern. Ziel ist es nicht, Menschen vom See fernzuhalten, sondern den Hechtsee langfristig als frei zugänglichen Erholungsraum und wertvollen Lebensraum zu bewahren.
Jede Besucherin und jeder Besucher kann dazu beitragen. Was für eine einzelne Person nach einer kleinen Handlung aussieht, hat bei vielen tausend Badegästen eine spürbare Wirkung auf die Wasserqualität und das empfindliche Ökosystem.
Die Stadt Kufstein bedankt sich bei allen Badegästen, Spaziergängerinnen und Spaziergängern sowie Erholungssuchenden für ihre Rücksichtnahme und ihre Mithilfe beim Schutz des Hechtsees.

Infoplakat des Landes Tirol zu invasiven Arten in heimischen Gewässern:

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