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25. August 2026

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Unterwegs im Freischwimmbad

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Fabio und Franz holen den Roboter nach erfolgreicher Beckenreinigung aus dem Wasser.

In der Serie „Unterwegs mit“ begleitet Redakteurin Carmen Kleinheinz in jeder Ausgabe die Mitarbeiter:innen eines städtischen Bereichs bei ihrer Arbeit: dieses Mal im Freischwimmbad.

Bis zu 2.700 Menschen tummeln sich an Spitzentagen im Kufsteiner Freischwimmbad. An diesem Morgen um 7 Uhr aber liegt die Anlage noch still da: glattes Wasser, leere Liegewiese, kein Kinderlachen. Ruhig ist es trotzdem nicht – denn Franz Waldvogl und sein Team arbeiten ab jetzt auf Hochtouren. Wie an jedem Morgen der Schwimmbadsaison gibt es in der Früh viel zu tun, damit die Badegäste ab 9 Uhr das Bad in vollen Zügen genießen können.

Zwei Stunden Vorsprung
Klaus reinigt gerade gemeinsam mit Lea, die hier während dieses Sommers arbeitet, alle Rutschen und kontrolliert dabei auch Details wie die Schrauben. Fabio übernimmt die Wasserkontrolle und spült den Filter, danach wird die Arbeit des Beckensaugers kontrolliert und noch nachgereinigt. Das Kinderbecken wird gesäubert und die Überlaufgitter der Becken werden – wie jeden Tag – mit dem Besen ausgekehrt, damit sich keine Algen bilden. „An den Gittern erkennt man gut, ob ein Schwimmbad sauber ist oder nicht“, sagt Franz. Die Gitter in Kufstein sind es.

Was der Computer sagt – und was die Hand prüft
Auch die Wasserqualität steht jeden Tag zweimal auf dem Programm, in der Früh und am Abend, für jedes Becken einzeln. „Wir haben hier im Freischwimmbad eine automatische Chlorung“, erklärt der Bademeister. Was der Computer anzeigt, wird trotzdem von Hand nachgeprüft. „Wenn es Abweichungen gibt, reagieren wir.“ Zwei getrennte Wasserkreisläufe versorgen die Anlage: Sport- und Sprungbecken vom einen, Erlebnis- und Kinderbecken vom anderen. Dass sich der Aufwand lohnt, bestätigen auch die Kontrollen von außen: Bei der jährlichen Hauptüberprüfung der Bezirkshauptmannschaft wird die Sauberkeit regelmäßig gelobt, und das Land Tirol kommt unangekündigt vorbei, um Wasserproben zu nehmen.

Das Wetter bestimmt mit
Manches richtet sich nach dem Wetter. Gemäht wird möglichst in der Früh – sobald es taut, ist das nicht mehr möglich, dann rücken die Rasenmäher am Abend aus. Bewässert wird die Wiese händisch, und dennoch ist sie in diesem Hitzesommer an vielen Stellen trocken. Gemäht wird trotzdem, vor allem wegen des Klees: Wo er blüht, drohen Wespen- und Bienenstiche. Duschen und Toiletten werden untertags gereinigt und am Abend noch einmal komplett.

Bademeister-Ausbildung für alle
Im Normalbetrieb sind vier Leute im Dienst. Regentage bleiben keine Leertage: Dann stehen Instandhaltung, Grundreinigungen und Arbeiten in der Beachvolleyball-Arena an, dazu die ersten Vorbereitungen für den Winter. Dass sich das Team so flexibel aufstellen kann, hat einen Grund: „Bei uns hat jeder eine Ausbildung zum Bademeister. So können wir uns sehr gut abtauschen.“ Und für den Morgen gilt eine klare Regel: „In der Früh ist die Arbeit aufgeteilt und sollte bis 9 Uhr erledigt sein.“

Punkt 9 Uhr geht die Tür auf
Punkt 9 Uhr öffnet Simone freundlich die Tür – die erste von zwei Kassenschichten an diesem Tag. Draußen warten schon die ersten Besucher:innen und Kindergruppen. Das Bad füllt sich, und bald auch die Becken. Franz bezieht Stellung im Zentrum der Anlage, von wo aus er alle Becken im Blick hat. Sein Blick ist aufmerksam und konzentriert. Schulschwimmer:innen und Pensionist:innen kommen und gehen, der Rhythmus der Saison ist eingespielt: „Unsere Hauptzeit ist Mai/Juni, wenn die Seen noch kalt sind. Mit Ferienstart ist ein kleiner Einbruch, wenn viele auf Urlaub sind. Später in den Ferien steigt es wieder.“

Pommes, Pizza und Eis
Ein Schwimmbad ohne Pommes und Eis? Schwer vorstellbar. Und so ist der Imbiss ein ganz wesentlicher Teil des Kufsteiner „Schwimmbad-Universums“. Seit drei Jahren führen Dragan und Goran ihn mit ihrem Team. „Wir sind sehr zufrieden hier. Besonders wichtig ist uns die Qualität unseres Essens, auch bei den Pommes“, sagen die beiden. Meist sind sie zu dritt oder zu viert im Einsatz, in Spitzenzeiten auch mehr, damit die vielen hungrigen Schwimmer:innen nicht lange warten müssen. Pommes, Pizza, Bosna, Wurstsalat und mehr gibt es hier – ob im Gras oder an den Tischen genossen, es schmeckt.

Das Herz liegt im Keller
Für die Besucher:innen unsichtbar liegt unter den Becken das eigentliche Herz des Freischwimmbads: Räume voller Technik, Pumpen, Schläuchen und Monitoren. Franz kennt hier jeden Winkel, jede Leitung und jeden
Tank. Wenn es „oben“ hakt, sitzt das Problem oft hier unten – dank der ständigen Wartung zum Glück selten.Und wenn doch, wird schnell reagiert und repariert. Auch hier gibt es regelmäßige Routinen, etwa das Nachfüllen der Lauge.

Nach dem Saisonschluss ist nicht Schluss
Selbst wenn im Herbst offiziell Saisonschluss ist, geht die Arbeit weiter. Einige Bereiche der Anlage laufen bis in den November hinein, verrät Franz. So bleiben die Becken länger sauber – und im März, wenn die Vorbereitungen für die neue Saison beginnen, ist weniger zu tun. Am Abend wird es wieder still. Die letzten Gäste verlassen die Liegewiese, die Wasserwerte werden ein zweites Mal gemessen, die Gitter noch einmal ausgekehrt. Was bleibt, ist ein Bad, das aussieht, als hätte hier nie jemand gebadet. Genau das ist der Plan. Morgen um 7 Uhr beginnt alles von vorne – damit ab 9 Uhr wieder niemand daran denken muss, wie viel Arbeit in einem perfekten Badetag steckt.

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