Das historische Stadtfest 1905

Die Beteiligten des Festumzugs sammelten sich am Bahnhof und marschierten über den Unteren Stadtplatz zum Oberen Stadtplatz – hier im Bild ein Teil der Germanengruppe samt Ochsenkarren
Von Milena Prommegger
Auch dieses Jahr steht die Festungsstadt zu Pfingsten ganz im Zeichen des Mittelalters, inklusive dem beliebten Ritterumzug am Samstag. Nicht nur heute erfreuen wir uns daran, Geschichte lebendig werden zu lassen. Zu Ehren des 400-jährigen Jubiläums der Belagerung und Eroberung Kufsteins durch den späteren Kaiser Maximilian I. im Jahre 1504 feierte die Stadt am 16. Juli 1905 ein Fest, dass so noch nicht dagewesen war.
Bereits am Vorabend wurden die Straßen geschmückt, Fahnen und Gewinde von Tannengrün an den Häuserfronten angebracht und Bergfeuer auf den Höhen der Umgebung abgebrannt.
Für den eigentlichen Festtag organisierte man Sonder-Personenzüge, welche die zahlreich erwarteten Besucher:innen von und nach Innsbruck oder München beförderten. Und die Schaulustigen kamen in Scharen: 10.000 bis 12.000 Besucher:innen strömten in Kufstein zusammen, um Zeug:innen des aufwendig inszenierten Umzuges samt anschließendem Festspiel auf der Festung zu werden. Einige Glückliche konnten sich bereits im Vorfeld einen begehrten Fenster- oder Terrassenplatz sichern (so wurden zum Beispiel viele Fenster für die Besichtigung des Umzuges vermietet).
Der Festumzug
Dicht gedrängt jubelte die Menge den insgesamt 500 Mitwirkenden des Festumzuges zu.
Die Reihung der einzelnen Gruppierungen des Umzuges erfolgte in chronologischer Reihenfolge: An der Spitze marschierten die Römer, gefolgt von germanischen Kriegern, Fürsten, Handwerkern, etc. Außerordentlich sehenswert war in diesem Zusammenhang bestimmt die Ankunft einer Gruppe von Wikingern, welche aus Kramsach auf dem Flussweg in einem Drachenschiff anreiste und vor Beginn des Festumzuges in Zell an Land ging.
Nach dem Germanenzug kündigten Herold und Fanfarenbläser König Maximilian an, welcher in voller Rüstung, allen Edelleuten, Rittern und Landsknechten voran, in Kufstein Einzug hielt.
Das Festspiel auf der Josefsburg
Mit dem Umzug waren die Feierlichkeiten noch lange nicht beendet: Das historisches Festspiel am Abend auf der Josefsburg sollte der Höhepunkt des Stadtfestes werden. Eigens für die Aufführung errichteten Handwerker Tribünen mit amphitheatralisch angeordneten Sitzplätzen.
Ähnlich wie der Umzug am Vormittag war auch das Festspiel aufgebaut: Von den drei Nornen der germanischen Mythologie wurde die Geschichte der Römer und Germanen erzählt, um dann zum Einzug Maximilians in Kufstein überzuleiten. Gewaltig inszeniert waren die Szenen, begleitet von bengalischen Feuern, Geschützdonner und einem Reichsadler, der in feuriger Flamme vor dem Hintergrund der Festung leuchtete.
Das abschließende Feuerwerk
Als letztes Highlight galt ein riesiges Feuerwerk, welches nach Ende des Festspieles einsetzte und der Belagerung und dem Beschuss der Festung nachempfunden sein sollte.


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