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Unterwegs im Bauamt

In der Serie „Unterwegs mit“ begleitet Redakteurin Carmen Kleinheinz in jeder Ausgabe die Mitarbeiter:innen eines städtischen Bereichs bei ihrer Arbeit.

3D-Druck der Festung Kufstein kurz vor Fertigstellung

3D-Druck der Festung Kufstein - erstellt im Bauamt

Ein Blick hinter die Türen des Bauamts
Hochbau, Tiefbau, Raumordnung – diese Begriffe bekommen im 4. Stock des Kufsteiner Rathauses ein Gesicht. Im Bauamt wird konzentriert gearbeitet, als ich dort im Vorzimmer auf Stefan Napravnik, Sachbearbeiter im Bereich Bauen, treffe – er will mir die Abteilung genauer zeigen. Im Vorzimmer des Bauamts haben Petra Guggenberger, Claudia Haf und Leyla Erbas ihren Arbeitsplatz. Sie kümmern sich um den Parteienverkehr, bearbeiten Akten vor und nach, koordinieren Termine und verwalten das eigene Archiv.

Raumordnung, Baupläne und große Stadtprojekte
Ein paar Stufen hinauf gelangt man in das Herzstück des Bauamts, wo im offenen Büro nicht nur die Mitarbeiter:innen in ihre Arbeit vertieft sind, sondern Pläne, Akten und Modelle gleich verraten, womit sich die Kolleg:innen beschäftigen. Hier komme ich mit Richard Höck ins Gespräch, der sich vorrangig mit dem Bereich Raumordnung befasst und an diesem Tag gerade Details der im Bauausschuss und Gemeinderat bereits diskutierten Kasernenareal-Bebauung plant. Richard Höck unterstreicht: „Die Nachbearbeitung von Bauvorhaben nach den politischen Gremien ist wichtig. Im Moment arbeite ich an den Baufeldern 5 und 6 des Kasernenareals. Gerade beschäftige ich mich auch mit der Möglichkeit von Fassadenbegrünungen.“ Neben dem Kasernenareal sind die vielen Bauarbeiten in der Südtiroler Siedlung aktuell die größten „Baustellen“ in der Stadt, sind sich Richard Höck und Stefan Napravnik einig.

Widmungs- und Bebauungspläne füllen eine Wand des Bauamts. Michael Schobert weiß aber, wo der richtige Ordner steht

Michael Schobert weiß, wo der richtige Ordner steht.

Austausch im Großraumbüro
Eine Wand ist gefüllt mit Ordnern mit diversen Widmungs- und Bebauungsplänen. Die Ordner sind tagtäglich in Gebrauch, erzählt Michael Schobert, der seit letztem Jahr Teil des Teams ist. Er befasst sich momentan mit der Sanierung der Hörfarterstraße: „Dazu habe ich heute noch eine Besprechung mit der Baufirma.“ Wie auch die anderen Mitarbeiter:innen berichtet er vom Zusammenhalt im Team, dass man sich gegenseitig unterstützt und den Austausch sucht. Stefan Napravnik verrät, dass man sich im Zuge des Umbaus des Bauamts bewusst für eine Art Großraumbüro entschieden habe, um genau diesen Austausch und Gespräche zu fördern.

Edwin Sabic am 3D-Drucker im hintersten Zimmer des Bauamts

Edwin Sabic am 3D-Drucker im hintersten Zimmer des Bauamts.

Historische Akten und moderne Aktensuche
Zurück im Vorzimmer erfahre ich, dass hier auch alte Bauakten aufbewahrt werden, die teilweise historische Relevanz haben. So holt Stefan Napravnik etwa den Akt eines Gebäudes in der Kinkstraße heraus, dessen Unterlagen rund 150 Jahre zurückreichen. Wir lassen uns kurz von den historisch anmutenden Unterlagen dieses Hauses mitreißen. Auch hier zeigt sich, wie akribisch und ordentlich alles abgelegt und damit auch schnell zu finden ist. Kombiniert mit der digitalen Aktensuche und dem Wissen der Mitarbeiter:innen ist fast jede Anfrage zu Bauten in der Stadt hier rasch beantwortet.

Widmungs- und Bebauungspläne füllen eine Wand des Bauamts. Michael Schobert weiß aber, wo der richtige Ordner steht

Widmungs- und Bebauungspläne füllen eine Wand des Bauamts. Michael Schobert weiß aber, wo der richtige Ordner steht.

Von der Planung in die Umsetzung
Nach dem kurzen Ausflug in die Vergangenheit mache ich mich auf den Weg in die Mittelschule, wo Bauamtsleiter Paul Vadasz an diesem Vormittag an Vergaben im Zuge der geplanten Aufstockung der Mittelschulen beteiligt ist. Dieses Bauprojekt wurde von ihm und seinem Team geplant und ist nun bereits in der Umsetzungsphase.
Generell sollen zukünftig mehr Bauprojekte durch das eigene Team vorbereitet bzw. zum Teil auch geplant werden. Mit an Bord ist dafür seit kurzem Brigitte Koller, die gemeinsam mit Benedikt Sparber für den Bereich Hochbau zuständig ist. An diesem Tag testet sie am Computer verschiedene Varianten für Fassaden bei der Aufstockung der Mittelschule.

Eine kleine Schatzkammer für große Ideen
Versteckt im hintersten Teil des Bauamts findet sich eine kleine „Schatzkammer“ mit einem Scanner, Plotter und einem modernen 3D-Drucker. Hier kann z. B. die Kubatur von bestehenden und geplanten Gebäuden gedruckt und so anschaulich in die bestehende Umgebung eingebaut werden. „Gerade für Entscheidungsträger ist so ein 3D-Druck oft sehr hilfreich“, erzählen die Mitarbeiter:innen. Als Basis für die Drucke dient ein dreidimensionaler Plan der Stadt. Der 3D-Drucker erlaubt auch den Druck in verschiedenen Farben. Wie schnell und unkompliziert das geht, zeigt uns Edwin Sabic, Mitarbeiter im Hochbau: In rund 15 Minuten druckt das Gerät eine kleine, detailgetreue Festung Kufstein.

Ein Tag zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Mit dieser kleinen Festung in der Hand endet mein Tag beim Bauamt, während dort weiter an diversen Bauprojekten getüftelt wird, die unsere Stadt gestalten.

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