Sozialzentrum Kufstein: Neubau statt Sanierung der bestehenden Altenwohnheime

Symbolfoto AdobeStock
Die Stadtgemeinde Kufstein plant ein wegweisendes Projekt: Ein neues Sozialzentrum auf dem Kasernenareal, das sämtliche sozialen Dienste der Gemeinde, allen voran ein gemeinsames Altenwohnheim, unter einem Dach bündelt. In ihrer Sitzung Ende März fällten die Gemeinderatsmitglieder den Beschluss, diesen Plan weiter auszuarbeiten.Das Ziel ist klar formuliert: Keine Doppelstrukturen, stattdessen kurze Wege, gebündelte Abläufe und eine effizientere Organisation von Pflege, Versorgung und Verwaltung an einem einzigen Standort.
Das Pflegeheim als Herzstück
120 der 140 geplanten Betten sind für die Bevölkerung Kufsteins vorgesehen. Weitere 20 Betten könnten für die Gemeinde Schwoich hinzukommen. Diese regionale Dimension stärkt die strategische Bedeutung des Projekts über die Stadtgrenzen hinaus. Das Pflegeheim ist als zentraler Kernbaustein des Sozialzentrums angedacht und soll durch kurze Wege und gebündelte Abläufe eine effizientere Organisation von Pflege, Versorgung und Verwaltung ermöglichen.
Kosten und Finanzierung
Die Gesamtkosten aller Projektbausteine belaufen sich laut TIGEWOSI-Kalkulation auf rund 60,94 Millionen Euro:
Pflegeheim € 39,77 Mio.
Betreutes Wohnen € 9,71 Mio.
Sozialsprengel € 3,46 Mio.
Quartiersgarage € 8,00 Mio.
Die Umsetzung ist als Miet-Kauf-Lösung über die TIGEWOSI vorgesehen. 15,1 Mio. Euro können laut Kalkulation über ein Wohnbauförderungsdarlehen lukriert werden.Zusatzförderungen für energetische Maßnahmen sind ebenfalls realistisch. Betreutes Wohnen, Sozialsprengel und Garage verursachen der Gemeinde keine Zusatzkosten. Zur Gegenfinanzierung stehen mehrere Optionen im Raum, u. a. der Erlös aus der Verwertung des jetzigen Altenwohnheims Zell (2,0 - 2,5 Mio. Euro).
Warum Neubau und nicht Sanierung?
Die beiden bestehenden Altenwohnheime haben in den letzten zehn Jahren Abgänge von über 20 Millionen Euro verursacht. Sowohl die TIGEWOSI als auch das Baumanagement Jastrinsky halten eine Sanierung des Altenwohnheims Zell für nicht sinnvoll.
Eine Generalsanierung würde laut Expert:innen mindestens 80 % der Neubaukosten verursachen – bei einer verbleibenden Lebensdauer von nur mehr 20 bis 25 Jahren. Ein Neubau hingegen hat eine technische Lebensdauer von über 80 Jahren, bietet moderne Pflegestrukturen und zeitgemäße Räumlichkeiten und ermöglicht die Zentralisierung von Küche, Technik und Verwaltung.
Die Wirtschaftsrechnung spricht für sich
Der konservative Vergleich der effektiven Jahresbelastung ist eindeutig:
Variante Neubau Sozialzentrum: jährl. Belastung € 0,43 Mio.
Variante Sanierung Zell + Innpark: jährl. Belastung € 1,715 Mio.
Der Neubau ist laut Berechnung rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr günstiger – und das, obwohl in der Sanierungsvariante zusätzliche Faktoren (Statik, Brandschutz, Energie) noch nicht eingerechnet sind. Zudem kann durch den Neubau der derzeitige Standort Innpark aus dem Pflegebetrieb genommen und alternativ genutzt werden, was aktuelle Miet- und Betriebskosten von 528.000 Euro jährlich einspart.
Der Neubau des Sozialzentrums ist deshalb laut Einschätzung der involvierten Stellen die technisch, wirtschaftlich und sozial sinnvollere Lösung für Kufstein. Er schafft moderne Strukturen für die wachsenden Anforderungen an Pflege und soziale Dienste, reduziert langfristig die Kostenbelastung und stärkt die regionale Versorgung – nicht nur für Kufstein, sondern für die gesamte Region. Nach der nun erfolgten Grundsatzentscheidung durch den Gemeinderat wird der Plan des neuen Sozialzentrums weiterverfolgt.
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